Dead By Sunrise

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04.08.2010
Im Moment gibt es zwar leider keine Livetermine von Dead by Sunrise, aber die Jungs sind natürlich nicht faul. Während Chester mit Linkin Park fleissig an der Veröffentlichung des ...
22.04.2010
Es muss nicht immer Linkin Park und Dead By Sunrise sein
„You guys want more?“, fragt Chester Bennington das anwesende Publikum der "Race to the Party"-Veranstaltung im Rahmen der IZOD IndyCar Series im kalifornischen Hollywood. Sie ...
08.03.2010
"Es ist interessant, wie manchmal kleine Netze gewoben werden, die dann am Ende zur Entstehung von Bands führen", erzählt Chester im Video-Interview bei bonedo.de die ...
01.03.2010
So lange haben wir uns drauf gefreut, so schnell war es dann leider wieder vorbei! Die Tour von Dead By Sunrise war zwar kurz, aber dafür auch intensiv, wie hier erste Fotos ...
26.02.2010
"Let Down", so der Titel der heute, 26.02., erscheinenden Single von Dead By Sunrise . Wie schon zuvor auf der Single "Crawl Back In", geht Chester in dem Song hart mit sich und ...
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Out Of Ashes

Cover Out of Ashes"It’s not about the salary, it’s all about reality" – nicht darum, Kohle zu machen geht es uns, sondern um die Vermittlung von Realität – mit diesem Leitspruch begannen die Gangsta-Rapper von NWA einst, zu tun, was sie bald sehr erfolgreich taten: Musik als Verarbeitung des wahren Lebens.
Nun fällt die Abteilung Rap bei Linkin Park natürlich gewohnheitsgemäß eher in Mike Shinodas Zuständigkeitsbereich. Im Falle des oben genannten Zitates jedoch könnte momentan kaum ein Spruch besser auf Chester Bennington passen, neben Mike Shinoda der zweite große Name bei Linkin Park.

Denn um die Vermehrung von Geld und Ruhm kann es Chester mit seinem Projekt Dead By Sunrise kaum gegangen sein, deren Debüt-Album "Out Of Ashes" nun vorliegt: Über 50 Millionen verkaufte Tonträger haben Linkin Park in den letzten Jahren verkauft, Chesters Stimme ist ein Markenzeichen rund um die Welt. Bleibt also Variante zwei – die Vermittlung von Realität. Von der hat Chester in den letzten Jahren mehr als genug mitbekommen, und zwar von der bitteren Sorte: Scheidung, Alkoholprobleme, Drogenprobleme – "mein Leben ist gleich in mehrerer Hinsicht komplett auseinander gebrochen", so Chester kürzlich in einem Interview mit dem amerikanischen Spin-Magazine.

Dass Chester diese düstere Periode seines Lebens inzwischen einigermaßen verarbeitet hat und sein Leben wieder in geregelten Bahnen läuft, hat laut Chester zu nicht unerheblichen Teilen mit der Medizin Musik zu tun: "Fast alles auf Out Of Ashes ist auf die eine oder andere Art eine Reflektion über das, was ich durchgemacht habe."

Die Geschichte von "Out Of Ashes" begann schon im Jahr 2005, zunächst als Solo-Projekt: In einer Schaffenspause von Linkin Park entschied Chester, sich einen zusätzlichen musikalischen Kanal Dead by Sunrisefür die Verarbeitung seiner Erfahrungen zu schaffen. "Ich hatte ein paar Songs, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie zwar wirklich gut waren, aber stilistisch nicht zu Linkin Park passten,“ erinnert sich Chester. Der Grund: Die Songs waren nach Chesters Ansicht schlicht zu düster und zu emotional für alles, was Linkin Park bis dato veröffentlich hatten und wofür die Band steht. "Ich beschloss, dass ich an ihnen arbeiten wollte, statt sie völlig umzukrempeln und sie in Linkin Park-Tracks zu verwandeln“, so Chester.

Nachdem das Projekt zunächst für weitere drei Jahre eher eine sporadische Idee blieb, wurde Dead By Sunrise mit dem Hinzukommen weiterer Bandkollegen vor einigen Monaten endlich konkret. Bei den Kollegen handelt es sich um Ryan Shuck und Amir Derakh, Ex-Orgy- und derzeit Julien K-Mitglieder, Brandon Belsky, Elias Andra und Anthony „FU“ Valcic.
Die Jungs waren allesamt auch vor Dead Of Sunrise Chesters Kollegen und Freunde – eine Chemie, die man dem Album anhört, denn "Out Of Ashes" klingt bei aller Frische eines Debütalbums gleichzeitig wie das Projekt von Musikern, die bei der Aufnahme gemeinsam wussten, was sie taten. "Out Of Ashes" ist ein Brett von einem Album, dem man in jedem Starkstrom-Akkord und jedem gnadenlosen Drum-Rhythmus die gebündelte Power von sechs Überzeugungstätern für ihre Sache anhört.

Dead by SunriseProduziert wurde das Album von Howard Benson (My Chemical Romance, P.O.D., Papa Roach), der dem kreativen Prozess von Dead By Sunrise zusätzlichen Antrieb verlieh: "Howard brachte ganz neuen Enthusiasmus und frische Energie in den Prozess. Die hatten wir schon fast verloren, weil es manchmal schwierig war, immer wieder in das Feeling einzusteigen“, erinnert sich Chester an frühe Phase der Band, und gibt damit gleichzeitig einen Hinweis auf das Ausmaß persönlicher Emotionen, die er zu jedem Zeitpunkt in das Projekt einfließen ließ. "In das Feeling einsteigen" – wer sich "Out Of Ashes" anhört, merkt schnell, was Chester meint. Denn allen gemeinsam vollbrachten kreativen Anstrengungen zum Trotz: Dead By Sunrise, das ist ein Einblick in die Seele des Chester Bennington. Und der 32-Jährige lässt uns tief blicken:
"Sometimes I look in my own face, and I don’t know who I am", hadert er  in "Crawl Back In" mit seinem eigenen Spiegelbild.  "I think I’m going insane", fürchtet er in "Too Late", dass er seinen Verstand verliert, und ist sich des drohenden Endes sicher: "The end is coming, it’s true". Chester hadert mit Einsamkeit ("Alone in the world with millions of souls walking in circles" /Walking In Circles), er hat Angst vor dem Verlassenwerden und davor, weitere Jahre seines Lebens an die Sucht zu verschwenden ("I don’t wanna be let down, I don’t wanna live that life again … All those years down the drain" / Let Down), und sogar dem Leibhaftigen glaubt er einmal zu begegnen: "I’ve reached the end and I don’t know what I believe in any more … I’ve seen the devil in a smile", ruft er, der Verzweiflung nahe, in "My Suffering", einem der härtesten Tracks des Albums.

Keine Frage: "Out Of Ashes" ist nichts für zarte Gemüter. Aber das soll es ja auch nicht, schließlich ging es Chester ja genau darum: Seelenreinigung durch Musik. Das ist gelungen, und ganz nebenher ist noch ein hervorragendes, hoch persönliches und tief emotionales Album dabei herausgekommen.

Da es Chester nach eigenem Bekunden inzwischen besser geht, darf man auf den Ton zukünftiger Alben gespannt sein. Denn weitergehen soll es mit Dead By Sunrise auf jeden Fall, soviel hat erDead by Sunrise bereits verraten. Was aber, wenn sich am Ende aufgrund von Chesters besserer Gesamtgemütslage der harte Grundton von Dead By Sunrise mildert und sich die Band schließlich doch wieder Linkin Park annähert, Chesters Stammband?
Halb so wild, dann kann man ja immer noch aus zwei Projekten eine All-Star-Band machen. Schließlich sind die Linkin Park-Kollegen selbst erklärtermaßen die größten Fans von Chesters Solo-Ausreißer.

Nico Cramer

 

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